Archive for April 2010

Geheimtipp

April 27, 2010

Die Wiese hinter deinem Haus

wie sieht denn diese wirklich aus?

Geniesst du dort auch hin- und wieder

die ersten zarten Frühlingslieder?

 

Entdeckst du im Detail die Pracht,

die blühend dir entgegenlacht?

Die Halme kitzeln ohne Ende

nach ihnen ausgestreckte Hände.

 

Das Leben wird gleich doppelt schön,

kann man in solchen Wiesen stehn,

da gibt es keine Mauerenge,

da gibt’s ein Summen und Gesänge!

 

Entdeckst du erst den Apfelbaum,

darunter Lilawiesenschaum,

dann werden deine Augen leuchten

und Tränen deine Wangen feuchten …

 

Schakim

 

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Wichtel

April 26, 2010

 

Der Morgen tagt, das Leben ruft, die Katze schleicht im Grünen –

Die Hektik ist schnell aufgebaut, die Ampel leuchtet rot –

Der Kreisel unsres Lebens dreht auf allen Weltenbühnen

und dreht man einmal nicht mehr mit, dann sei man, sagt man, tot.

 

Welch Trunk aus Morgenröte pur mit Wolkenschaum durchzogen!

Wie laben sich die Wichtel nur – ein Vogel kommt geflogen.

Im Träumen ruht die Herrlichkeit noch eine Weile weiter,

doch leider lacht der Zeitvertreib am Morgen gar nicht heiter!

 

So rafft man sich mit Mühe auf, denn etwas muss man leisten –

Der Vogel singt, der Wichtel zwinkert – alles macht wohl Sinn.

„Gib Vollgas, bist doch ausgeruht“, das denken nicht die meisten,

so packt man dann sein Tagwerk an und steht im Flutlicht drin.

 

Wer kennt sich aus im Lebenskreis? Es könnte sein, wir träumen …

Die Katze fällt vom Himmel und sie landet in den Bäumen …

Der Morgen gibt den Dingen Glanz, dem Wichtel oft ein Grinsen,

am Abend aber quakt ein Frosch und sucht den Schutz in Binsen …

 

Schakim

möglich

April 24, 2010

Das Grün in meinem Zaubergarten,

in welchem jedes Würmlein träumt,

gibt stets Gelegenheit zum Warten,

weil alles spriesst und alles keimt.

 

Für Hektik hat es oft entschädigt,

denn jeder Weg führt hin zum Licht.

Den Rest, den hat die Zeit erledigt:

Das Wetter flüstert sein Gedicht.

 

Was möglich ist, lässt sich erahnen,

die Blüten öffnen sich dem Traum.

Das Wachstum fördern ohne Namen –

Ein waches Auge weiss zu schaun …

 

Im Boden graben fette Maden,

erkennen diese nicht das Grün?

Man sagt, dass sie den Pflanzen schaden –

Schon möglich, doch ich seh es blühn ….

 

Schakim

Nichts verloren

April 21, 2010

Wenn die Sonne deinen Hunger stillt

und in deine Seele blinzelt,

malt die Zuversicht ein Bild,

überdeckt das Weh, das winselt –

Und du fühlst in dir ein Brennen,

kannst es kaum mit Namen nennen,

so erfüllt dich eine Kraft,

die mit Sonnenwärme schafft.

 

Hast du je dein Selbst verloren,

fühltest dich als elend armen Tropf?

Bist du plötzlich neu geboren

und voll Energie dein Kopf.

Jeder soll die Pfeife stopfen,

jeder einen Ast neu pfropfen –

Sonne bringt Gelassenheit

und Gelassenheit befreit …

 

Schakim

lindes wehen

April 20, 2010

Lindes Wehen, ab, hinaus –

Heimlich lachen letzte Blüten

aus Holunderwein.

Welke Kräuter wechseln Tüten

oder werden angebrüht.

Warum alles aufbewahren?

Oder warum braucht’s Geduld?

Jahreszeiten offenbaren

alte Dinge neu im Licht

und man denkt: Das gibt es nicht …

 

Szenenwechsel, neues Bild:

Träume nach entschwundnen Zeiten

werden wieder aufgefrischt,

zeigen Schwächen, starke Seiten,

rote Beeren reif im Beet.

Denken soll der Mensch in Frieden,

wenn er alles blühen sieht.

Menschen aber sind verschieden,

so verschieden ihr Gesicht

und ihr Herz, das spricht.

 

Schakim

Erkenntnisse

April 18, 2010

Die Stille fängt im Kleinen an,

du hörst den Vögeln wieder zu,

entdeckst die Krötenspur im Wald

und deine oft verlorne Ruh.

Du siehst den Glanz im Morgentau,

den Weg, den dir die Sonne weist,

der Fluglärm ist kurz lahm gelegt,

der Zug vielleicht im Traum entgleist …

Motorenlärm der Autobahn –

Was kümmert dich der Grössenwahn –

Gedankenkreisel drehen sich

in deiner Welt gar königlich –

Du überlegst, es war einmal

die Welt in ihrer Frische grün –

Gefühle senden ein Signal –

Du überspringst es mutig, kühn –

Das Hirn mit seinem Nervennetz

entscheidet sich für dies und das –

Es ist gemäss Naturgesetz

dein Leben nicht nur lauter Spass –

Notwendig ist die Stille nicht,

notwendig ist auch nicht der Lärm –

Die Bilder finden ihren Weg

und glänzen prächtig wie ein Stern.

Die Fernsehwelt ist überall,

dich überhäuft die Bilderflut,

doch eines, weisst du, kann sie nicht

Natur ersetzen – ach, wie gut!

.

Schakim

Sehnsucht

April 17, 2010

Die Sehnsucht ist etwas Unereichbares –

Die Sehnsucht ist etwas nicht Vergleichbares –

Die Sehnsucht zieht Menschen in ihren Bann;

sie zieht magisch einfach immer an.

Warum kann man sie nicht zertrümmern mit einem Stein?

Jeder fühlt sich mit seiner Sehnsucht allein …

Schakim

Tanz der Gedanken

April 15, 2010

Wunder zeigt uns unser Leben

und es zeigt nicht nur das Schöne,

trotzdem trinken wir die Reben

und vergiessen dabei Töne.

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So erscheinen mir Gedanken

wie ein Tanz, mal schwer, mal leichter –

Wer verhilft mir auf beim Wanken?

Irgend einer dort – dort schleicht er.

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Manchmal will ich nichts verstehen –

Manchmal will sich nichts mehr drehen.

Manchmal soll es langsam gehen.

Manchmal bleibt die Zeit mir stehen.

.

Endlich mal zur Ruhe kommen

und wie Etiketten kleben

bleiben Wünsche. Unvollkommen

ist das wahre Erdenleben.

.

Schakim

Fensterflüstern

April 10, 2010

Ein Frühlingslächeln huscht durch alte Gassen

und Blumen blühen flüsternd ohne Ende.

Gedanken füllen tausend Bücherbände –

Sie lassen sich in Büchern kaum mehr fassen.

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Die Sonnenstrahlen hüpfen auf und nieder

und locken Staub  aus allen stillen Ecken –

Die Hausfassade mit den Altersflecken

ist gut getarnt, denn bald erblüht der Flieder.

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Doch ihre Bilder wird man einmal lesen,

denn Spuren deuten immer auf Geschichten:

Geheimnisvolle Dinge will man sichten.

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Vielleicht entstehen neue Fabelwesen –

Wer weiss das schon, wenn sich die Flecken lösen –

Durch Fenster flüstert’s, weil sie nicht abdichten.

.

Schakim

Frühling

April 9, 2010

Kann man einen Frühling fallen lassen?

Will man einen Frübling singen hören?

Ist es einem immer froh zu spassen?

Lässt man sich vom Frühling gern betören?

Will der Frühling einen stets beglücken

wie das Zwitschern dieser vielen Spatzen?

Putzig sind doch alle Schmeichelkatzen,

wenn sie schnurrend zärtlich näher rücken.

 

Über Frühling wird sehr viel geschrieben,

blühend öffnen sich des Herzens Schranken.

Mancher zeigt sich sorglos und durchtrieben

und er pflegt die Freiheit der Gedanken.

Mancher Frühling ist  wie Feuers Flammen,

über Augen legt er einen Schimmer –

Aber nichts für ewig, nichts für immer,

nur die Träume halten stets zusammen.

 

Schakim