Archive for Juli 2010

Test

Juli 30, 2010

Das Leben ist ein grosser Test

und nichts für die Bequemen –

Und fühlt sich einer als „the best“,

dann wird er es erwähnen …

 

Beantworte die Fragen gut

mit einer weissen Weste,

entwickle in den andern Mut!

Bald häufen sich die Gäste.

 

Jetzt wird das Leben glamourös –

Erfolge sind zum Feiern!

Ganz langsam wird es wund, nekrös,

die Seele fühlt sich bleiern.

 

Und wieder ist es nur ein Test,

ein bisschen ungeheuer –

Verschluckt man davon einen Rest,

dann brennt es, schmerzt wie Feuer.

 

Schakim

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Der nächste Schritt

Juli 27, 2010

Ich huste in mein Taschentuch und denke an den Tod –

Man weiss es nicht, wann dieser kommt, noch glüht das Morgenrot.

Er wartet dort, dort hinterm Haus – es machte durchaus Sinn –

Den heissen Tee geniess ich selbst mit einem Beutel drin.

Ich stelle diesem Sensemann geschwind im Wind ein Bein

und lache, wenn er fliegen kann zur Wand und auf den Stein.

Ich hoffe, er erkennt mich nicht und schleicht sich leis davon.

Wohin  trägt mich der nächste Schritt? Er weiss den seinen schon …

 

Schakim

Dem Himmel näher

Juli 26, 2010

Wir studieren über eine gute Tat,

wann es war, auf einem schmalen Pfad,

und wir spüren dabei stets auf ’s Neue,

bei den guten Taten gibt’s nie Reue.

Was hingegen plagt, das ist das schlechte Tun,

denn die schlechten Taten lassen uns nicht ruhn

und wir fühlen in uns dieses Brennen,

doch es geht nicht diesen Schmerz zu nennen.

Es ist einfach dieses Unwohlsein

und man fühlt sich ganz verlassen und allein –

Auch das viele Trinken wird nichts nützen,

wenn die Eingeweide leiden an den Spitzen …

Wir erkennen manche ehrfurchtsvoll vor Gott,

und der treibt sie an zum Hü und Hott –

Doch wir fragen uns „sind die bei Sinnen?“

Oder „wird man so und nennt es „spinnen“?“

In den Himmel schauen, einmal bloss am Tag,

dabei prüfen, ob der oben einen wirklich mag

und dabei ganz einfach sicher werden,

dass es schwarze Schafe gibt in allen  Herden –

Ja, dann kommen wir dem Himmel näher

und verhalten uns wie Eichelhäher,

denn die schlechten Taten werden gut versteckt,

doch sie keimen und von einem werden sie entdeckt …

 

Schakim

Felsen

Juli 25, 2010

Wenn die Felsen mich entzücken,

nur die Beine wollen nicht,

dann geniess ich sie mit Blicken

mit der Sonne im Gesicht.

 

Und dann will ich Bilder malen,

doch ich weiss, es wird nicht gehn

und ich bleibe bald im fahlen,

weichen Abendlicht still stehn.

 

Denn am Fels vergehn die Stunden,

ach, die Stunden, viel zu schnell,

bis die Schatten dunkler munden

und der Mond dazu ganz hell.

 

Wie die Wolken möcht ich ziehen

und dem Fels ein Fläumchen sein,

dann empfänd ich keine Mühen

und er wär vielleicht mein Stein …

 

Schakim

Weggedanken

Juli 14, 2010

Am Flughafen  verweilen

und schwärmen von dem Flug –

Beim Schreiben Träume teilen,

die Träume voll Betrug.

Wie Fische locker schwimmen!

Wie Himmel blauer leuchten!

Man denkt, man sei von Sinnen,

derweil die Augen feuchten.

 

Von oben blaue Meere

durchs weisse Wolkenmeer,

das nimmt dem Geist die Schwere.

Man denkt sich „irgend wer

beginnt jetzt mit dem Träumen

und will dann diese teilen.“

So wie die Wellen schäumen

entsteht ein Fluss aus Zeilen.

 

Schakim

gereimt

Juli 13, 2010

 

Ich weiss, dass es ganz viele Dichter gibt,

und jeder dieser Dichter ist verliebt

in seine Sprüche, Verse, Reime,

in all die grossen, all die kleine –

Das Publikum hingegen ist’s, das siebt

und immer wieder kritisiert

und oft gelangeweilt davonspaziert.

Was macht man, sind die Dinge ungereimt

und keiner sagt, wie man sich eint,

gemeinsam stille Töne findet,

bis einer in der Tiefe gründet?

Da stossen Welten aufeinander –

Im tiefen Fluss freut sich der Zander,

der nur auf seine Beute wartet –

Ihm ist ’s egal, ist sie entartet,

denn hungrig füllt er seinen Magen

und stellt nicht viele Fragen …

 

Schakim

ABC

Juli 12, 2010

Mir scheint, ich bin am Träumen –

Ich will in meine Träume sehn,

ganz ohne einen Tanz zu drehn

wie Blätter unter Bäumen.

 

Im Träumen sind wir Meister,

wir brauchen dazu keinen Mut –

Es geht ganz einfach und tut gut –

Willkommen Hergereister!

 

Doch manchmal könnt‘ ich wetten,

ein Träumlein bliebe besser klein,

umrahmt von sanftem Kerzenschein –

Wie kann man sich nur retten?

 

Wie wär es denn ganz ohne,

so ohne einen grossen Traum?

Dem Küken fehlte wohl der Flaum

und Gold dann der Ikone …

 

Schakim

Pickup

Juli 8, 2010

Jedes Blümlein ist willkommen,

jeder Halm wird mitgenommen,

denn sie schmeicheln deiner Seele,

armer Bär in kalter Höhle.

 

Pick it up, es hält bei Laune,

pick it up, du weisst, ich staune,

denn du schreibst doch gern Geschichten …

Nimm dir Zeit, sie wird es richten …

 

Schlag die Nägel, vor sie rosten –

Sieh, die Sonne steigt im Osten …

Fühl den Wurm mit seinem Bohren,

bis Motoren laut rumoren.

 

Fantasien wollen blühen –

Manchmal muss man sich bemühen,

sich aufs Detail konzentrieren

und das Chaos fein pürieren.

 

Pick it up, Fontänensprüher,

lebe heute, nicht im Früher,

schneide frohgelaunt Grimassen,

deute Sterne und sie passen

 

manchmal kurz, nur für Minuten,

also schnell, du musst dich sputen.

 

Schakim

Ohne Stress

Juli 7, 2010

Am Morgen aufstehn und „ich hab euch alle lieb“

so wie es mancher melancholisch einmal schrieb,

gelingt nicht jedem in der Hektik seiner Zeit –

Jetzt wird es Zeit, dass er sich schnell davon befreit.

 

Die Augen zeigen katzenmässig einen Spalt –

Jetzt innehalten nicht mehr hetzen, einfach halt!

Und bildet sich auch noch so viel an kaltem Schweiss,

die Lage ist zu ernst, man isst den Brei nicht heiss!

 

Die Sommerzeit vergeht und mit ihr ein Gefühl –

Zur rechten Zeit aussteigen, das gehört zum Spiel!

Die Tage wechseln zwischen Grau und lichtem Blau,

den Überblick zu wahren zeigt, wer richtig schlau …

 

Den Stress vermeiden muss man sich erst eingestehn

und dafür über Grenzen springen ohne Flehn,

dabei entdeckt man plötzlich wieder wie gesund

und still vergnügt ein Mensch spaziert mit seinem Hund.

 

 

Schakim

U-Boot

Juli 4, 2010

 

Es will mit Blubbern und mit Wasserwellen spielen

und schaukelt rot, verwöhnt im Abendsonnenlicht –

Ballast und andre Dinge, scheint es, trägt es nicht.

Ob viele Fische unter diesem U-Boot wühlen?

 

Das Meeresrauschen wird zu einem grossen Singen.

Die Vögel suchen ihren Schlafplatz auf dem Baum.

Aus Wellen wird auf einmal nur ein Wannenschaum

mit Tropfen, welche wie die kleinen Frösche springen.

 

Die Fantasie erklärt erneut, wer Meister ist

und was der Meister immer aus ihr schaffen will.

Ob Wurst, ob Fleisch, Gemüse auf dem Gartengrill –

Das hört sich gut an, wenn du eingeladen bist.

 

Ist Fantasie ein Zimmer ohne Tageslicht,

so dass das U-Boot unter Wasser funktioniert –

Betrachte einmal deine Träume – was passiert?

Du tauchst mal auf und unter – ja, wer kennt das nicht…

 

Schakim