Archive for August 2010

Affen

August 31, 2010

Die Affen sind geflüchtet – welch ein Wahn!

Das tönt ganz harmlos, denn sie haben nichts getan;

sie sind sich ihrer Freiheit nicht eimal bewusst,

sie hangeln durch die  Bäume voller Lust.

 

Oft stehen doch die Affen neben dir,

sie sehen aus wie du und ich – oh, glaub es mir!

Im Gegensatz zu dir erfüllt mich Heiterkeit,

denn Affen zeigen ihre Eitelkeit.

 

Wir sind auf dieser Welt der  grosse Zoo.

Ob Affe spielen oder einer sein – wieso

verhaltet sich der Mensch nicht wie ein fremder Gast,

der nicht in die gewählte Landschaft passt?

 

Was ist das für ein mulmiges Gefühl?

Das Leben zeigt uns mehr als jedes Kinderspiel

mit einer Handvoll ungesiebtem, groben Sand.

Es schiebt uns vorwärts im verlornen Land …

 

Schakim

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Begegnungen

August 26, 2010

Es war an einer Litfasssäule

in einer kühlen, tiefen Nacht –

Ein Mann schwang seine Keule

und demonstrierte Macht.

Ich sah in ihm schon Hodler,

„der Holzfäller“ am Werk –

Schlussendlich war’s ein Rodler

als kleiner Gartenzwerg.

 

Schakim

Tomaten

August 25, 2010

Ich streife kulinarisch durch Tomatenfelder

und in Gewürze – nenn‘ es Kräutergarten.

Ein Leuchten wie Rubine ist der Reifemelder

für alle in die Liebesfrucht Vernarrten.

 

Tomatenbäder sollen gegen Schwitzen helfen –

Das hab ich einmal irgendwo gelesen –

Viel lieber wären mir die unsichtbaren Elfen,

die zarten, feinen, märchenhaften Wesen …

 

Schon wieder trägt mich eine Vielfalt bunter Träume

in Königskräuter duftend, ungewaschen –

Basilikum verbreitet sein Parfüm durch Räume,

das Griechen mit viel Feta und Tomaten naschen.

 

Die Sommerdüfte dürften etwas länger bleiben –

Wer hätte sie nicht gern in seiner Nähe?

Verpack ich sie mit schönen Worten in mein Schreiben,

dann hüpft der Wortsalat davon wie eine Krähe …

 

Schakim

Träumen

August 24, 2010

Träume sind voll Fantasie –

Träume sind Melancholie –

Träume sind ein Spiegelbild

und sie schützen wie ein Schild

vor dem Druck zu leiden

und das ganz bescheiden.

 

Träume quellen still hervor –

Träumen öffnet sich das Tor –

Träume wärmen jede Brust

und sie locken voller Lust

wie die Glut im Feuer

kostbar und nicht teuer.

 

Träume zeigen eine Welt

wie ein reifes Erntefeld.

Träume sind ein innres Licht

wie ein Diamant es bricht –

Welch ein grosse Staunen

bringen ihre Launen …

 

Schakim

Lob

August 24, 2010

Ein Lob wird stets verliehen,

dazu wird angetreten –

Man soll ihm nicht entfliehen …

Betreten schweigen

und dann Freude zeigen.

Was daraus sich entwickelt

wird manchmal auch zerstückelt –

Wer sich ein Lob einhandelt,

der zeigt sich ganz verwandelt.

Das Lob gehört dem einen,

durchflutet ihn mit Licht,

und ganz im allgemeinen

springt’s lachend ins Gesicht.

 

Schakim

Im Eilzug

August 23, 2010

Dem Teufel werd ich Liedlein singen,

die Weichen sind schon längst gelegt –

Ich trage keine Engelsschwingen,

damit die Luft mich hebt.

 

Ich werd dem Schwarzen jubilieren –

Er macht’s schon jetzt – ich fühl es auch.

Stets schafft er es, mich zu verführen

und kitzelt mich am Bauch.

 

Er nimmt sich manchmal allzu wichtig

und grinst mir Faxen ins Gesicht.

Vergnügen braucht es, ist auch richtig,

nur immer eben nicht!

 

Im Eilzug geht es durch die Zeiten,

die Sandburg ist längst eingestürzt.

Cerberus zeigt mir Einzelheiten

und wie er Leben kürzt …

 

Schakim

Wiewennwas

August 22, 2010

Wie ist es, hat man Null Besitz

und keine Münze für den Schlitz?

Verlässt dann einen ganz der Mut,

weil keiner einem Gutes tut?

Wenn einer täglich Bargeld zählt

und sich mit ganz viel Geld rumquält,

empfindet dieser kaum noch Dank

und wird vermutlich herzenskrank.

Was blendet viele Menschen so?

Nur Geld alleine macht nicht froh!

Das Herz hingegen blüht hierfür

und öffnet bettelnd seine Tür,

wiewennwas Wunderbares scheint,

dass Trauer lacht und Freude weint.

Vielleicht entsteht so Empathie …

Erkenne, fühle, komm und sieh!

 

Schakim

Verbiss

August 21, 2010

Ich seh dich wein‘, du bist so müde, matt

und ganz allein in dieser Stadt.

Du bist dir fremd, dem Wolkenhimmel gleich,

den jeder kennt, mal sonnig, bleich.

Du suchst nach Wärme und nach Halt.

Im Reich der Sterne erkennst du deine Heimat kalt.

 

Nur manchmal steigt es hoch in dir,

das ungezähmte, wilde Tier,

dann ist dein zweites Ich erwacht

wie Geister, und es scheint, es lacht

aus dieser tiefen Finsternis

hernach ein grosser Wildverbiss.

 

Schakim

Freiwillig

August 19, 2010

 

Ich widme dir mein allerschönstes Lied

und forme meinen Mund dazu ganz schmal –

Es ist natürlich nicht zum ersten Mal –

Ich bin ’s gewohnt und werde langsam müd.

 

Längst zieren Perlen Schweiss die Faltenstirn.

Der Himmel färbt sich strahlend violett

und alle Träume wirft er mir ins Bett –

Wie immer werden diese mich verwirrn.

 

„Freiwillig“ heisst doch eben ohne Grund

das Fallobst sammeln unter einem Baum.

Dabei beobachtet man einen kaum,

nur Wespen schwirren immer um den Mund.

 

Ich schreibe eins ums andre – manchmal Mist –

Du regst mich an in meiner Fantasie,

stets sind wir eins und voller Harmonie –

Neuronennetz – wie lernfähig du bist!

 

Schakim

Durchzogen

August 18, 2010

 

Ich schau in dein Gesicht –

Es ist verlogen,

nur Maske voller Drogen –

Die Ehrlichkeit entspringt ihm nicht.

Und deine Augen weichen aus,

verscheucht wie Fliegen mit der Zeitung.

Ich finde keine nette Regung –

Du machst dir einen Spass daraus.

Weltmeister in Gefühlen,

doch ohne warmes Herz –

Die Reaktion ist Schmerz:

Ich mahle mich durch Mühlen

und fühle hinterher

den Sommer in Gedichten

wie wenn sich Wälder lichten.

 

Schakim