Archive for September 2010

Besserwisser

September 30, 2010

Bringt ein bodenloses Fragen Licht ins Dunkel?

Hat ein bodenloses Fragen viel Gewicht?

Viele Leute tuscheln und es bleibt Gemunkel,

eine gute Antwort aber ändert oft die Sicht.

Flackern kann ein Kerzenlicht nur, wenn es windet,

zieht ein starker Sturm auf, löscht die Flamme aus,

ähnlich geht es dem, der eine Antwort findet,

trotzdem fragt er weiter, denn er denkt sich Neues aus.

Besserwisser sind wie Vögel, welche fliegen

und sich schwer wie Steine in die Fluten stürzen,

haben Tipps und Tricks auf Brechen und auf Biegen,

um mit einer Antwort jede Fragerei zu würzen.

 

Schakim

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Floskeln

September 28, 2010

 

 

 

Wie ist es, wenn man Redner unterbricht,

die Floskeln liegen lassen wollen?

Das ist doch wie ein ausgelöschtes Licht

und platte Räder, welche nicht mehr rollen.

 

Wie ist es, will man in ihr Innres dringen,

um dort das Schweigen vorzufinden?

Beginnt jetzt nicht ein Wellenschwingen,

indem man Pflanzen richten kann durch Binden?

 

Ich denke viele Floskeln sind gespielt

und dafür gibt es tausenfache Gründe –

Ein Steinwurf hat das Wasser aufgewühlt –

Manchmal erreichen Schwätzer Blinde …

 

Schakim

Fitness

September 27, 2010

 

Egal, wo Menschen wohnen –

Egal, wo ihre Welt –

Sie wollen sich belohnen

mit einem Sternenzelt.

Sie küssen ihre Träume

mit herzgefülltem Mund

und schmücken ihre Räume

aus tiefstem Herzensgrund.

Mit Fitness geht’s entspannter

dem Blumenbeet entlang –

Es riecht nach Koriander –

Sie laufen Rang um Rang …

Gepackt von einem Schauer,

der tiefen Lust im Herz,

entsteht erst gar nicht Trauer –

Bewusst wird so kein Schmerz.

Egal, wo Menschen wohnen –

Egal, wo diese sind –

Sie wollen sich belohnen

durch einen Kuss vom Wind …

 

Schakim

 

Besen

September 27, 2010

Besenwetter ist es draussen

aber mit viel Sonnenschein –

Während noch Gedanken sausen,

funkeln Farben lupenrein

nicht wie eine Lichttreklame

und auch nicht wie Leuchtdioden

aus der gläsernen Zyklame

mit kristallverziertem Boden.

 

Schakim

Merkur

September 25, 2010

Ich grüsse dich, Merkur, den kecken,

dem man in Steinen noch begegnen kann.

Du magst den Einfallsreichtum wecken

und mit Ideen ewig necken –

Du bist ein absolut sehr cooler Mann.

 

Ich weiss, wie meine Augen leuchten,

Planeten gleich, entdeck ich dich am Firnament.

Wenn alle Träume dich erreichten

und hinterher wie Sterne bleichten,

dann wär ich sicher froh, dass Distanz trennt.

 

Verpflichtet einer sich zu Treue

und sei es nur, damit der Handel ewig blüht,

dann packt ihn irgendwann die Reue –

Das wiederholt sich stets auf’s Neue –

Wie Sickerwasser dringt das ins Gemüt.

 

Jetzt hilft vielleicht ein Rat der Sterne,

sobald man in den Morgenhimmel blickt

und dabei spuckt man Pflaumenkerne

ins Dämmerlicht und in die Ferne,

bis einen leises Knistern hell entzückt.

 

Merkur, es geht, du musst verschwinden!

Ich denke nun mal einvernehmlich rational:

Atome sind bestrebt zu binden –

Ich will das weiter nicht begründen –

Mich friert’s – komm, gib mir deinen warmen Schal.

 

Schakim

Xanthippe

September 24, 2010

„Xanthippe“ will doch keine heissen,

vermittelt dies nur Unverträglichkeit –

Man schätzt es mehr, wenn Hunde beissen,

spaziert mit ihnen so zum Zeitvertreib.

Ein freier Geist darf sagen, was er denkt,

selbst noch im Hinblick auf Gefahren –

Wie aber steht’s, wird Wahrheit ausgeschenkt?

Mit dieser sollte keiner sparen …

„Xanthippe“ – war sie Opferwesen,

zumal sie Schatten war von Sokrates?

Wer ist denn gerne nur der Besen?

Man stellt das meistens erst viel später fest.

Die Zoten mancher Männer wirken –

Man freut sich sogar, wenn sich einer traut

beim Wasserpfeiferauchen mit den Türken

zu sagen „kommt, schaut her, hier meine Braut!“

Gedanken gehen auf die Reise

und wenn sie einer noch ins Kissen stickt,

dann sind das heimliche Beweise,

die Welt mit ihren Menschen ist verrückt.

 

Schakim

Wetterhäuschen

September 24, 2010

Wetterhäuschen an der Wand,

zeig mir das, was unbekannt

sich als Vogelschrei entpuppt,

wieder still wird ganz abrupt.

 

Dieses Wechselspiel allein

kann nicht wirklich Wahrheit sein –

Leih mir deinen Zauberschirm

für mein müdes Spatzenhirn.

 

Trocken hängst du an der Wand

aber nicht im Niemandsland;

deine Männlein zeigen mir

immer mal die Sonnentür.

 

Mancher Wechsel geht zu flink –

Vielleicht ist es auch ein Wink:

Horchen, fragen, nur nicht stumm,

bringt die Antwort auf’s Warum.

 

Schakim

Mangroven

September 23, 2010

Menschen verholzen, Menschen verhärten,

manche sind Bolzen, manche Gefährten,

Zwerge im Leben, Riesen im Denken,

mögen es, Rebensaft auszuschenken …

Wärme, die lieben sie alle –

Sterne entmachten die Qualle,

welche ganz leicht, weggedrängt weicht …

 

Lebensgezeiten erhalten

allen Verrückten die Falten,

lassen die Türen stets offen stehen,

heissen Willkommen – so wird man gesehen –

Salz ist es nicht, es ist Wärme,

Nähe anstatt die Ferne,

um zu verwurzeln, sich zu spezialisieren

und mit Gott und der Welt konkurrieren …

Menschen in den Gezeitenzonen

gedeihen so prächtig wie Feuerbohnen,

klettern und lachen und bleiben,

bis sie den Sternen von Liebe schreiben.

 

Schakim

Schönheit

September 22, 2010

Überall begegnen einem spröde Leute

auf der Suche nach dem idealen Bild;

ihre Blicke heften sich an eine Beute –

Doch, was führen spröde Leute denn im Schild?

 

Nicht besonders aufgeschlossne Typen

sperren jeden Blick ins Denken und Gefühl.

Trotzdem wachsen sie so zahlreich wie Polypen,

halten ihre Stellung meisterhaft im Spiel.

 

Schönheit eines Herzen offenbaren

diese Leute auch – es braucht Geduld.

Denn natürlich – sind wir uns im Klaren –

manche Eigenschaft erhält den Status „Kult“ …

 

Schakim

Letzte Tage

September 21, 2010

 

Wo der Duft gedanklich ruht

fällt nun Blatt für Blatt vom Baum,

trägt das Herbstgold voller Glut

schmeichelnd in den Nebelflaum.

 

Träume tanzen nochmals wild,

sprengen wie ein Reh davon –

Klebrig wird’s, wenn Baumharz quillt

und die Stimmung monoton.

 

Tun und Lassen wird zum  Spott,

alles Neue hinterfragt,

doch es gibt kein Hü und Hott,

wo der Morgen herbstlich tagt.

 

Schakim