Archive for Oktober 2010

Glück

Oktober 29, 2010

 

Das Glück wird täglich neu geboren,

um zu gefallen und zu siegen.

Und stündlich wird es auch verloren –

Man tötet es so wie die Fliegen …

 

Wie Menschen oft ihr Glück besingen –

Ein fröhliches Kartoffeln schälen –

Und wird es mal zum Atem ringen,

dann ist’s kein Glück, dann ist‘ s ein Quälen.

 

Das Glück versucht ins Herz zu tauchen,

es will sich mit dem Klopfen messen,

bis angestrengte Köpfe rauchen

und nichts mehr wollen, nur vergessen …

 

Wer wirft sein Glück schon gern vor Hunde,

um hinterher den Biss zu spüren?

Ein Glück – man wagt zu jeder Stunde

die Schritte, die in Träume führen …

 

Schakim

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alpabzug

Oktober 28, 2010

Vier Monate, die sind vorbei –

Dem Vieh, dem ist das einerlei –

Geschmückt mit bunter Blumenpracht

ist so ein Alpabzug fürs Volk gemacht.

Momente, so wie diese, dauern

natürlich nicht für eine Ewigkeit –

Beim Zuschauen packt ein Erschauern

die Menschen durch das Glockengeläut.

Den Brauchtum und noch viele andre

erhalt ich mir und wandre …

nicht immer zwar wie dieses Vieh

nur eben irgendwie – man weiss ja nie …

 

Schakim

Narren

Oktober 28, 2010

Die vielen Narren – welch Vergnügen!

Sie liegen oft k.O. im Ring,

bequem dazu, denn so ein „King“,

der bettet sie auf seinen Lügen …

Sie brauchen nicht Verstand und Denken,

sie meinen „davon wird man krank“ –

Das Volk, das dumme, lässt sich lenken –

Gelobt sei dessen Narrenbank,

wo viele diskutierend warten

aufs Sparring mit dem grossen Meister –

Doch dieser ist ein Weitgereister,

der seine Zukunft liest aus Karten –

Nur manchmal flüstert ein Bekannter:

„Du Narr, du Schurke, du verdammter …“

 

Schakim

Wohlstandsmilben

Oktober 27, 2010

 

Es ist die obere Gesellschaftsschicht,

doch halt! Ein Veto! Denn es folgt ein Aber,

es gibt die Möchtegern, die mit Gelaber –

Mit viel Gespür erkennt man ihr Gesicht …

 

Sie brauchen nicht einmal viel Mut und Biss,

um sich im Gold zu drehen und zu wenden –

Man trägt sie ungewollt mit warmen Händen

und niemand wird für sie ein Hindernis.

 

Warum bloss halten sich die Wohlstandsmilben

und lächeln noch verschmitzt bei ihrem Tun?

Oh könnt doch ihre Existenz vergilben

und ihr gewissenloses Handeln ruhn!

Doch leider zeigt uns unsre bunte Welt,

wir werden niemals besser als wir waren,

so dass sich jede Wohlstandmilbe mehrt und hält …

Wer ehrlich ist, gehört längst zu den Raren …

 

Schakim

Sumpf

Oktober 23, 2010

 

Ich will es öfters wagen,

in deinem Sumpf zu stehn.

Du kannst mich später fragen

„wie ist es, war es schön?“

 

Zu später Abendstunde,

da trägt mich Übermut,

verschmäh kaum eine Wunde,

als Vampir trink ich Blut.

 

In schwachen Augenblicken,

da möcht ich sein wie du –

Die Welt der tausend Brücken

verspricht uns keine Ruh.

 

Ich schenk dir eins der Veilchen,

bevor es wieder Tag

und denk mir „wart ein Weilchen,

es fehlt der Lehrvertrag.“

 

Ich hab noch ein paar Trümpfe

für dich, du kleiner Wicht –

„Wer folgt dir in die Sümpfe,

wenn nicht hier mein Gedicht …“

 

Schakim

Blattschuss

Oktober 22, 2010

Ich hab die Worte fortgeschmissen –

Ich hab die Küsse eingeatmet –

Und mancher Kuss ist ausgerissen –

Wie mancher wohl – erratet?

In manchen Dingen will ich ruhen –

Und denkt nicht etwa nur, ich müsste –

Es ist ein Griff in alte Truhen

mit einer Neugier, denn man wüsste

doch gerne mehr von abgelegten Dingen,

die einem dieses „Damals“ wiederbringen …

 

Schakim

Tanz mit dem Wind

Oktober 21, 2010

 

Für die vielen Farben, die das Leben bietet, bin ich blind,

all die Töne, welche um den Schornstein fegen sind tabu,

denn ich tanze oft im Morgengrauen mit dem Sonnenwind

und erzähl ihm meine und auch deine Träume – hörst du zu –

Und er meint verlegen: „Ach, du schmückst doch nur dein altes Haus,

dekorierst es mit viel Stolz ganz fantasievoll aus …

Und du treibst es manchmal viel zu bunt mit deinem Morgentanz.

Es erscheint mir so, als ob ich Netze für dich weben soll,

denn dann fängst du deiner Morgensonne Funkelglanz,

füllst am Abend deine Träume bis zum Rand – ganz voll!“

Nun, das Leben ist ein unermüdlich langes Schweben, Gleiten,

Landen, wieder Starten und es zeigt die wundervollen Seiten,

die ein Irrlicht auszulösen mag,

dieses kurze Staunen in den ungepflückten Tag …

 

Schakim

Wörterbuch

Oktober 20, 2010

 

Manche Menschen sind ein grosser Fluch

und man lässt sie dennoch oft gewähren,

diese unfreiwilligen Chimären,

wenn sie reden wie ein Wörterbuch

und man ihren Redeschwall nicht stoppen kann.

Magisch kleben viele fest in ihrem Bann!

 

Immerhin, sie quasseln ungeschmückt,

züngeln hoch und lecken heiss wie Flammen,

sind mit ihrem Mundwerk gut bestückt –

Mancher könnte sie sofort verdammen!

Zieht doch endlich eine Bremse bei dem Redeschwall!

Googlen geht fast lautlos am Computer – überall!

 

Aber nichts und niemand zwingt sie in die Knie.

Ihre Worte sind ein buntes Blättertreiben

und mir fehlen Worte, um es zu beschreiben –

Irgendwo dazwischen liegt die Fantasie,

welche einen blauen Sternenwind entfacht,

ultraviolettes Leuchten durch die Nacht.

 

Schakim

Am Limit

Oktober 20, 2010

Ich such ihn an der Ostsee und ich find ihn nicht

und auch auf  Bergen will er sich nicht zeigen –

Geheimnisvolle Gletscher schweigen,

gestört vom Wind, der dieses Schweigen unterbricht.

 

Mein Denken, Fühlen, Handeln wird zum schweren Stein,

ich krebse rückwärts in Vergangenheiten –

Das Leben präsentiert zwei Seiten,

als möchte alles plötzlich wie ein Bernstein sein.

 

Fürs grosse Puzzlen fehlt mir leider die Geduld –

Oh, nein, es ist die Zeit, an der ich scheitre,

die Einfluss nimmt auf alles Weitre –

Begrenzt ist auch der Platz auf meinem Pult.

 

Am Limit stehn und leuchtend blau ein Enzian sein,

den Kelch mit Sonne füllen und auch Tränen,

gedanklich weiterziehn mit Schwänen,

das wird so über Jahre guter Wein …

 

Schakim

voll dabei

Oktober 19, 2010

 

 

Zieht es manche schnell von dannen,

bleiben andre wie die Fliegen

und man kann sie nicht verbannen,

weil sie immer „Junge“ kriegen …

 

Manche denken auch an Liebe

und sie wollen sie gewinnen,

bis sie ein paar Seitenhiebe

treffen, um davon zu schwimmen.

 

Viele Türen stehn auch offen –

Und das muss man nicht mal wissen,

nur in manchen keimt ein Hoffen

dort hindurchzugehen müssen.

 

Dichter sein am Leben dichten

nur die voll dabei sich wähnen

und sie wollen viel berichten,

bis sie müde sind und gähnen …

 

Schakim