Archive for November 2010

Sterne

November 30, 2010

Sterne im Morgennebel,

Sterne über der Wiese,

Sterne im Wasser, wie bin ich noch träge,

langsam werd‘ ich Gefliesse –

Alles dampft, alles zuckt –

Leicht sträubt sich mein Fell –

Kometenhaft wird’s hell.

Ich beuge meine Kniegelenke

und denke: Wenn im Nebel Sterne tauen,

gibt es immer was zum Schauen.

Sterne werden warm zu Stein.

Träume werden immer sein …

Fantasien – ich-bezogen –

Sind sie nicht die kleinen Drogen?

 

Schakim

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Fotografieren

November 29, 2010

 

Hast du das Bild in deinem „Kasten“?

Bist du im Trend von deiner Zeit?

Kannst du wie andre auch nicht rasten?

Hörst du Musik noch?  Trägt sie weit?

 

Siehst du die Bilder vor dir liegen?

Gleichen sie sich nicht wie ein Ei?

Hältst du sie fest, all diese Lügen?

Ja, wir sind alle kaum mehr frei …

 

Irgendwer will die Fäden dehnen

und er ertappt sich spielend wohl –

Viele der Bilder sind zum Schämen,

denn sie erweisen sich als hohl …

 

Schakim

wie immer

November 27, 2010

Musik in ihrer Vielfalt ist wie immer

ein Lauschen, Träumen, Hoffnungsträger.

Sie zaubert in Gesichter einen Schimmer –

Wer musiziert, der ist ein Notenjäger,

der sich und seine Fangemeinde liebt,

bis diese ihn in eine Wahlverwandtschaft schiebt.

 

Musik ist Abschied, Ankunft – einfach alles,

man geht und kommt und lässt sich nieder –

Sie ist der Wurf, der Aufprall eines Balles,

verträumtes Schaukeln alter Lieder …

Musik erhellt, Musik verdunkelt auch –

Sie schlüpft ins Ohr hinein wie durch den Schornstein Rauch.

 

Schakim

snowflake

November 27, 2010

 

Sie tanzen mitten ins Gesicht

und lassen Nasenspitzen frieren –

Sie malen Bilder und verzieren

die Welt mit einem milden Licht.

Und wenn sie wieder lächelnd tauen,

verführt das wiederholt zum Schauen …

 

Die Nächte schimmern plötzlich hell,

Gedichte hängen in den Zweigen,

wenn Blicke himmelwärts aufsteigen –

Gemächlich geht man, nicht mehr schnell,

denn dieser Zauber öffnet Türen,

die mitten in ein Märchen führen.

 

Die kleine Kostbarkeit ist weiss,

die uns in unserm Denken schmeichelt

und unsre müden Seelen streichelt –

Nur „Kälte“ sagt sie, „ist mein Preis –

Mit ihr, da kann ich liegen bleiben

und Fantasieverwöhnten schreiben:

 

Ich möchte deine Flocke sein …

Vergänglich mich an Wangen schmiegen –

Ich bin der Winterwelt entstiegen,

gehör für kurz nur dir allein.

Ich bin ein Unikat von allen

und bilde mich stets neu im Fallen … „

 

Schakim

Dekowahn

November 18, 2010

Kerzen, Kugeln, Glitzerzeug,

oh du schöne Weihnachtszeit!

All der Kitsch ist wirklich gross

und man lebt ihn tadellos.

Oder du? Du etwa nicht?

Sag, was denn dagegen spricht!

Liebst du nicht den Firlefanz,

die Adventszeit voller Glanz?

Bäume werden Licht geschmückt,

Schaufenster zurecht gerückt,

Weihnachtsmänner neu plaziert –

Jährlich wird das zelebriert –

Dekowahn – macht das nicht blind,

weil die ganze Welt nun spinnt

und dem Alltag Glanz verpasst,

ihn befreit zeigt, ohne Last …

Alle Jahre – welch ein Fest

und dazu ein Nerventest!

Denn ein Nadelstich ins Herz

zeigt Gesichter oft mit Schmerz

anstatt fröhlich angehaucht …

Glücklich, wer in Glühwein taucht …

Schakim

Saftiges Schnitzel

November 17, 2010

 

Da fällt mir tatsächlich noch ein,

das Leben müsst ein „Schnitzel“ sein,

das saftig ist und gratiniert

und das ein Wirt dir flink serviert.

 

„Zitronenschnitz“ wär auch nicht schlecht

auf einem blau gegarten Hecht –

Das Leben ist zu kompliziert,

weil es auf’s Neue stets verwirrt …

 

Der Mandelkern, der Leidenschaft

entstehen lässt und sie abschafft,

der Tränen dir im Kelch serviert

und dich zu innerst tief berührt …

 

Was wär das Leben ohne ihn?

Es wär die Wiese ohne Blühn.

Affektblind ohne Emotion,

ein Leben ohne Duft und Ton …

 

Schakim

Eisblüten winken

November 16, 2010

 

Manchmal sind es kleine Funken

aus dem Nichts ins Nichts geboren

und man zeigt sich ganz betrunken

und in seiner Welt verloren …

 

Manchmal schlüpft man in ein Wesen

und man glaubt sein Herz zu kennen –

Offne Seiten sind zum Lesen,

aber hier, hier muss man brennen …

 

Held wird einer nur durch Siegen

und er muss den Kampf bestehen –

Niemals darf er rückwärts fliegen

und nicht wie ein Kreisel drehen …

 

Helden werden nicht geboren –

Gläsern eisig winken Knospen –

Schicksal, wen hast du erkoren

und was soll der Preis den kosten …

 

Schakim

 

Licht

November 16, 2010

Was ich an dir schätze, PC, ist dein Licht

und du forderst täglich mich heraus.

Vieles weiss ich, vieles weiss ich nicht

und ich hol es mir durch dich ins Haus …

Immer offen steht mir deine Tür
und ich arbeite an meinem Dach,

manchmal weiss ich nicht einmal wofür,

bin vermutlich dafür viel zu schwach …

Drück ich bei dir auf die Tastatur,

schickst du mir den Zukunftsdenkerblick

und ich hinterlasse eine Spur,

fahr dich runter, denn es reicht – macht „Click“ …

 

Schakim

unbequem

November 15, 2010

 

Du bist ein Krieger mit einem Pfeil und Bogen

und stehst auf der Gedankenumlaufbahn –

Ideen sammeln, welche angeflogen

und in Gedichten schichten sind dein Kahn,

der dich zu fremden Ufern trägt

und dich als unbequemen Zeitgenossen prägt.

 

Schakim

geschminkter herbst

November 14, 2010

 

Schräg fällt die Sonne in den leergefegten Weiher –

Die Segel meiner Träume sind aus Porzellan.

Verwettert und aus Plastik steht ein angestrahlter Reiher,

sein Schnabel abgebrochen wie ein hohler Zahn.

Wen stört es schon, wenn kupfergoldne Blätter kleben

und die Natur ein letztes Mal geschminkt berauschen?

Um nichts in aller Welt – ich möchte niemals tauschen,

so steh ich bei dem Reiher, bin am Überlegen,

wie herrlich doch die Farben sind bei all den Blättern

und wie sie mit den Stürmen auf den Kirchturm klettern.

 

Die Fische wird man länger nicht mehr schwimmen sehen,

sie kühlen ab und halten sich im Wasser tief.

Mich friert es oft im Winter an den kleinen Zehen,

dann wärmt mich hin- und wieder inhaltsvoll ein Brief.

Ich will die Sehnsucht in die bunten Blätter legen,

damit sie mir in graue Wintertage flüstert,

ein kleiner Schimmer ist, wenn’s draussen ewig düstert –

Und plötzlich scheint’s, der Reiher lächle ganz verwegen.

Natürlich ist auch diese Sehnsucht voller Schminke –

Die erste Möwe zieht am Himmel und ich winke …

 

Schakim