Na und …

März 19, 2011

 

Nein! Keiner lacht mehr und du blickst in Trauer,

aber irgendwo erkennst du eine Spur von Licht –

Es ist nun wie bei einer Kirchhofmauer:

Nur ein Eisengitter, welches diese Mauer unterbricht,

gibt der letzten Ruhestätte langsam ein Gesicht.

 

Na und! So ist es eben, dieses Leben –

Eine Buntheit – erst erkennbar durch den Schattenfall –

Bewegung – Zittern – innerliches Beben!

Eine heile Welt, die existiert nicht überall –

Gut zu wissen: Unsre Welt vergeht nicht Knall auf Fall …

 

Schakim

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sosos

März 18, 2011

 

Er will den Kugelschreiber etwas krummer biegen

und Bilder wie ein Fetzen Stoff in Stücke reissen –

Besinnung schleicht sich ein und meldet „kein Vergnügen!

Verfolg den Inhalt deiner leeren Handlungsweisen …“

 

Gedankenlosigkeit beginnt sich quer zu stellen –

Ganz unbeholfen will er ihr so nicht begegnen –

Im Gegenteil – erhofft er sich doch einen hellen,

chaotisch strukturierten Kopf, um zu entgegnen:

 

„Das, was ich tue, ist für dich nicht wichtig, nur für mich!

Ich flüstre es dir gern und wiederholt ins warme Ohr.

Und tönt auch meine Stimme laut und leise wie ein Chor,

die kleinen Schritte machen manchmal süchtig – beruhigt das dich?“

 

Dann schreibt er weiter so, als ob nie nichts gewesen –

Was nützt das Kehren mit dem Besen, will man weiter lesen …

 

Schakim

Sack

März 17, 2011

Ich packe all die grauen Tage

hinein in einen grossen Sack.

Und wenn ich dann auf diesen schlage,

dann geht das flink, mal eben „Zack!“.

Geräusche sind längst programmiert,

entstehen täglich durch das Leben –

Es braucht den Webstuhl nicht zum Weben,

wenn Unvorhersehbares explodiert …

 

Ich schliess den Sack mit einer Binde

und roll ihn über Bergeshöhn –

Wenn einer sagt: „Komm, mach, verschwinde!“,

dann nick ich kurz und find es schön  …

Denn alles kehrt im Leben wieder,

so ist das eben auf der Welt –

Ein Mensch steht auf, ein andrer fällt –

Nun kommt die Angst – der Sack walzt alles nieder …

 

Schakim

Gelassenheit

März 16, 2011

 

Es spuckt dir einer ins Gesicht,

es stechen Rosen dich aus Dosen –

Du lässt dich blenden, stehst im Licht,

veränderst dauernd deine Posen.

Du bist die Schnecke im Salat

und jeder hat was auszusetzen –

Zeig endlich Grösse, dein Format:

Gelassenheit! Nichts kann verletzen!

Dann stehst du frisch im warmen Mist

und dies ganz ehrlich und bescheiden –

Nichts greift dich an und du vergisst –

Es hilft dir Leiden zu vermeiden …

 

Schakim

Fisch

März 15, 2011

 

Denk an etwas Schönes wie den goldnen Fisch,

wenn du nur noch über Katastrophen liest,

lehn dich dann zurück an deinem alten Tisch,

fang die Träne auf, die aus den Augen fliesst.

Tränt dein Auge doch nur wegen einer Zwiebel

und von all dem vielen Lesen wird dir übel!

 

Manch Ereignis ist nicht einfach programmiert,

doch es zeigt, dass Menschen ewig machtlos sind.

Wenn ein grosses Unglück auf der Welt passiert,

dann verbreitet sich die Nachricht wie der Wind.

Schau, der goldne Fisch, der schwimmt bald nirgends mehr

und die Träume schöpfen sich ganz langsam leer.

 

Oh – wie sind uns all die fremden Menschen nah!

Träumst du etwa? Bist du vielleicht eingenickt?

Rührt es dich, die Ferne, und was dort geschah?

Spürst du etwa auch wie eine Bombe tickt?

Plötzlich überhäufen sich ganz viele Fragen –

Neu erwachte Ängste zeigen sich und plagen …

 

Fang den goldnen Fisch mit einem Perlennetz.

Fang ihn, um zu wissen, was er wirklich ist!

Zeig ihm Paragraphen, zeig ihm, was Gesetz,

öffne deine Lippen, bis er diese küsst.

Welche Fäden du auch spannst – sie werden reissen!

Selbst ein goldner Fisch küsst nicht, er wird nur beissen …

 

Schakim

 

Blau

März 14, 2011

 

Plötzlich sag ich „blau, mein Lieber,

ist das Meer bei Katastrophen –

Gab’s schon immer – gehn vorüber –

Lies es bei den Philosophen.“

 

Irgendwie muss Einsicht kommen –

Asiaten, Europäer –

Welten zeigen sich benommen,

aber kommen sich so näher …

 

Menschen sind nicht Weltbeherrscher

aber wären es wohl gerne,

bleiben ewig Zähneknirscher

unter ihrem Schicksalssterne …

 

Schakim

Kanalratte

März 12, 2011

 

Wie soll ich es nur sagen?

Wie soll ich es nur bringen?

Mit euren tausend Fragen

beginnt die Welt zu schwingen …

 

Die Ratte im Kanal,

die scheint es wohl zu wissen –

Nur – Ratten sind fatal

und keine Ruhekissen.

 

Sie sind im Schmutz zu Hause

und fressen jeden Happen.

Ich glaube als Banause,

bald wird mich eine schnappen.

 

Dann könnt ihr weiter fragen,

warum das so geschehen

und bis in Träume klagen

und an den Fingern drehen.

 

Die Ratte überlisten,

das wäre zu versuchen

wie Fragen auszumisten

und dabei leise fluchen.

 

Die Ratte im Kanal

will irgend etwas flüstern –

Sie piepst – es ist banal –

„Macht endlich Licht im Düstern!“

 

Bejahend kann ich nicken –

„Hallo, hier bin ich eben!“ –

In eure Augen blicken

mit meinem Rattenleben …

 

Schakim

Blech

März 12, 2011

Du redest ohne Unterlass –

So wie du redest, ist ja krass!

Du redest immer frohen Mutes,

nur heisst das lange nicht, was Gutes.

Viel wird von dir zu Blech gewalzt,

die Suppe viel zu oft versalzt –

Ich will nicht alles hinterfragen –

Es äzt – frag meinen Magen …

 

Schakim

Schabe

März 10, 2011

 

Man findet sie in Feld und Wald,

in Multimedia-Spielen –

Sie schlüpft aus jedem engen Spalt

als unliebsamer Gast von vielen …

Mit einem Steuerknüppel eben

verändert sich der Level eins –

Ein turbulentes Gamerleben

erscheint doch besser als gar keins.

 

Im Level zwei erreicht man Glanz –

Man könnte diese Schabe küssen

bei ihrem turbotollen Tanz

und hätte sie auf dem Gewissen.

Denn zupft man virtuell am Flügel,

vibriert das Spiel – die Schabe hängt.

Geknackt ist jetzt das goldne Siegel –

Die Zeit verstreicht und keine drängt …

 

Nun ist der Level drei erreicht –

Die Schabe kämpft um ihre Ehre.

Kontakte löschen ist ganz leicht,

man drückt nur mit der Fingerbeere,

dann hört das Tierchen auf zu zappeln –

Ein Fehlversuch – man startet neu –

Nur, wenn sie übern Rücken krabbeln,

bekommt man Angst und zeigt sich scheu …

 

Schakim

Drumherum

März 9, 2011

 

Wer liebt nicht hin- und wieder Spott

und jubelt wie ein kleiner Wicht?

In Gottes Gnaden stehst du nicht –

Der schimpft dafür: Was für ein Schrott!

 

Er stellt vor dich ein Glas mit Saft

und meint dazu: So trink das leer.

Und reicht es nicht, bekommst du mehr

für deine einsichtsvolle Kraft.

 

Längst bist du drumherum gegeistert

und hast dabei manch Wort verflucht,

das an dir klebt wie angekleistert –

Vergeblich hast du es versucht.

 

Die Leute kichern und sie lachen –

Hörst manchmal sogar „fein gemacht“ –

Nur leider sind die tausend Sachen

nicht immer sanftes Streicheln sacht.

 

Dir geht das Schwafeln auf den Wecker

und drumherum der ganze Lobgesang.

Du fluchst auf Zuckerwatteschlecker

mit den Antennen auf Empfang …

 

Auf einmal tummeln sich Kamele

und spucken, was das Zeug nur hält,

behaupten, das sei ihre Welt –

Wer will schon eine Zuchtgarnele  …

 

Es dauert einen Augenblick,

bis dieses Drumherum vergeht –

Die Menschen sind oft überdreht

und ziehen doch an einem Strick!

 

Dir gegenüber sitzt ein Tropf,

der meint, man suche ihn im Heu –

Welch Drumherum – das ist nicht neu,

es kocht in seinem Wasserkopf …

 

Schakim